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Drei Straßen zum Sinn

Autorenbild: Lilian Loton
Lilian Loton
27. Aug. 2025
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Mai


Warum fühlen sich heute so viele Menschen innerlich leer, obwohl sie scheinbar alles haben?

Diese Frage beschäftigt längst nicht mehr nur einzelne Menschen. Viktor Frankl beschrieb diesen Zustand bereits vor vielen Jahrzehnten als das „existenzielle Vakuum“ – das Gefühl von innerer Leere und empfundener Sinnlosigkeit trotz äußerem Wohlstand. Und heute scheint dieses Phänomen aktueller denn je.


Denn wir Menschen sehnen uns nicht nur nach Sicherheit, Erfolg oder Anerkennung. Wir sehnen uns nach Sinn. Danach, unser Leben, unser Tun und unser Wirken als bedeutsam zu erleben.

Die Logotherapie nach Viktor Frankl beschreibt drei Wege beziehungsweise Wertkategorien, durch welche sich individuelle Sinnmöglichkeiten im Leben entdecken lassen:



💫 Schöpferische Werte- Sinn durch das, was wir geben und erschaffen.


Diese Werte verwirklichen sich durch unser Tun, unsere Arbeit oder das Schaffen eines Werkes. Dabei ist nicht entscheidend, was wir tun, sondern wie wir es tun – ob wir durch unser Handeln Antworten geben, die mit unseren inneren Werten im Einklang stehen.



💫 Erlebniswerte- Sinn durch das, was wir empfangen und erleben.


Sie zeigen sich in der Liebe und Hingabe an einen Menschen, im Erleben von Kunst, Natur oder tief berührenden Augenblicken. Oft genügt bereits ein einziger echter Moment, um dem Leben Sinn zu verleihen.



💫 Einstellungswerte- Sinn durch die Haltung, die wir dem Unveränderbaren gegenüber einnehmen.


Für Frankl sind sie die wesentlichsten aller Wertkategorien. Sie zeigen sich dort, wo Menschen trotz Leid, Verlust oder schwerster Umstände innerlich Haltung bewahren.

Selbst in Situationen, in denen die beiden anderen Wege nicht mehr möglich sind, bleibt dem Menschen immer noch die Freiheit, Stellung zu seinem Schicksal zu beziehen.

Gerade hierin zeigte sich auch Frankls eigene Haltung während seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager.


Unabänderliches Leid, das mit Würde getragen wird, wird zu einer menschlichen Leistung, die unauslöschlich bleibt.





Nahaufnahme eines Paares, das in einem Beratungsraum miteinander spricht


 
 
 

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